Home » über CBD (cannabidiol) » Was sind Terpene? – Aus Cannabis gewonnene Terpene verstehen

Es gibt über200 Terpene in der Cannabis-Pflanze, aber aufgrund von Testeinschränkungen wurden bisher nur wenige detailliert untersucht. Terpene sind weitgehend für das Aroma bzw. den Duft der Cannabis-Pflanze verantwortlich und geben einen einzigartigen Geschmack ab, wenn man sie kostet. Terpene und Cannabinoide sind verschieden, arbeiten aber zusammen, um einen einzigartigen physiologischen Effekt, den sog. Entourage-Effekt, zu schaffen. Alleine und als Gruppe, sind sie höchstwahrscheinlich für die Unterschiede zwischen „Sorten“ der Marihuana-Pflanze verantwortlich sowie für eine Reihe von möglichen medizinischen Eigenschaften. Ätherische Terpen-Öle (EO) entwickeln sich schnell zu einem neuen großen Markt nach CBD.

Was ist ein Terpen?

Terpene sind ungesättigte Kohlenwasserstoffe, die überall in Pflanzen und Früchten vorkommen. Sie sind es, die der Pflanze Duft, Farbe und Geschmack verleihen. Sie haben zwei wichtige Funktionen – die Pflanze vor Räubern zu schützen und die Harzproduktion. Chemisch gesprochen sind sie eine oder mehrere Fünf-Kohlenstoff-Isopren-Einheiten.

Was sind Cannabis-Terpene?

Cannabis-Terpene haben das grundlegende ungesättigte Kohlenwasserstoffgerüst in ihrer chemischen Zusammensetzung, sind aber speziell in der Cannabis-Pflanze beheimatet und erzeugen nicht nur einen würzig-aromatischen Duft, sondern haben auch potenzielle medizinische Eigenschaften. Diese einzigartigen Cannabinoid-/Terpen-Profile von Cannabis-Pflanzen werden als ihr „Chemotyp“ bezeichnet und könnten als die Persönlichkeit der Pflanze und Terpene als Geist oder „das Fünfte Element“ betrachtet werden.

Ein Chemotyp ist das chemische Profil der Pflanze, das die spezifischen Cannabinoide und Terpene identifiziert. Jede Pflanze hat einen einzigartigen Chemotyp.

Wie viele Terpene gibt es?

Von den etwa 200 bisher identifizierten Cannabinoid-Terpenen wurden etwa 8 davon eingehend untersucht. Die Gesamtzahl der Pflanzenterpene liegt bei etwa 20.000. Einige gängige Terpenderivate sind Kampfer oder Menthol (Terpenalkohole).

Wo werden Terpene hergestellt?

Terpene werden in den Sekretzellen der reifen, unbefruchteten weiblichen Trichome oder harzproduzierenden Strukturen der Cannabis-Pflanze produziert. Trichome befinden sich auf den Blättern und den Blüten der Pflanze, sind klebrig und sehen aus wie kleine Kristalle. Auch Cannabinoide und Flavone werden hier produziert.

Was ist der Unterschied zwischen Cannabinoiden and Terpenen?

Es gibt ca. 480 aktive Stoffe in Cannabis Sativa und ca. 66 davon wurden als Cannabinoide klassifiziert. Die beiden bekanntesten Cannabinoide sind THC und CBD. Cannabinoide sind Stoffe, die ihre Wirkung auf Cannabinoid-Rezeptoren (CB1 und CB2) ausüben, während Terpene möglicherweise auf die CB1- und CB2-Rezeptoren einwirken oder auch nicht, aber bekanntermaßen einen Entourage-Effekt auf mehrere verwandte Zielgewebe haben.

Andere identifizierte Cannabinoide sind Cannabigerol (CBG), Cannabichromene (CBC), Cannabinol (CBN), Cannabinodiol (CBDL), Cannabicyclol (CBL), Cannabielsoin (CBE), Cannabitriol (CBT) und weitere verschiedene Arten. Cannabinoide sind in ihrer chemischen Struktur unseren Neurotransmittern ähnlich. Chemisch gesehen sind sie aromatischer Sauerstoff mit Kohlenwasserstoffen.

 

Funktion von Terpenen

Terpene in Konzentrationen von 0,05% oder mehr im Produkt sind von pharmakologischem Interesse als mögliche medikamentöse Behandlungsmethoden.

Eine der wichtigsten Funktionen der Terpene ist es, den Transport der Cannabinoide in unseren Blutkreislauf zu beschleunigen. Terpene interagieren auch mit THC, um entweder seine Wirkung zu hemmen oder zu stimulieren.

Terpene und der Entourage-Effekt

Während sich die Literatur nicht einig ist, ob Terpene auf die CB1- und CB2-Rezeptoren wirken oder nicht, ist klar, dass sie die folgenden Funktionen hinsichtlich des Entourage-Effekts haben:

  • Da sie lipophil sind, interagieren sie mit Zellmembranen, neuronalen und muskulären Ionen-Kanälen;
  • Sie interagieren mit Neurotransmitter-Rezeptoren;
  • Sie wirken an G-Protein-gekoppelten Rezeptoren;
  • Sie sind als sekundäre Botenstoffe aktiv;
  • Sie interagieren mit Enzymen.

Functions of terpenes independently of entourage effect

Antioxidantien

Es wurde festgestellt, dass Terpene neben dem Entourage-Effekt auch eine eigenständige Wirkung haben. Sie haben weitreichende antioxidative Funktionen, sowohl in der Cannabis-Pflanze als auch in anderen terpenhaltigen Pflanzen, Früchten und Gemüsen. Zu den oxidativen Stresskrankheiten, bei denen Terpene wirksam sein könnten, gehören Arteriosklerose, Herzkrankheiten, hoher Blutdruck, Diabetes, Fettleibigkeit, Parkinson und Alzheimer.

Antidepressivum/Psychopharmakologie

Die antidepressive Wirkung scheint durch die Interaktion mit den Monoaminen Serotonin, Dopamin und Adrenalin ausgelöst zu werden. Darüber hinaus hat LNL durch seine Wirkung auf Glutamat- und GABA-Rezeptoren einen beruhigenden Effekt. Hohes GABA und Glutamat werden mit Angstzuständen in Verbindung gebracht.

Entzündungen

Entzündungen werden durch die Wirkung der Terpene auf Prostaglandine, Zellmediatoren, die nachweislich eine Funktionsstörung in Organen und Geweben verursachen, vermindert. Studien haben gezeigt, dass CBD einen Langzeiteffekt auf Entzündungen hat, während Terpene schneller und kürzer wirken, was die Autoren zu dem Schluss führt, dass Terpene bei akuten Entzündungen hilfreicher sein könnten, während CBD bei chronischen Entzündungen besser ist

Antimikrobiell

Es wurde eine herausragende Aktivität gegen Methicillin-resistente Staphylokokken und andere Krankheiten festgestellt, insbesondere bei PNE. Die antibakterielle, antimykotische und antiprotozoische Wirkung einiger Terpene macht sie zu exzellenten Kandidaten für Breitspektrum-Antibiotika oder neuartige Insektizide.

Dermatologie

Die Hautdurchlässigkeit wird verbessert, was Terpene zu exzellenten Transportsystemen für Medikamente wie z.B. Hormone, Medikamente, Kräuter oder THC/CBD macht.

 

Potenzielle Wirkungen und medizinischer Wert der am häufigsten vorkommenden Terpene

 

TerpenPotenzielle WirkungenPotenzieller medizinischer Wert
α-Pinen (PNE) –Dieses Terpen ist bekannt für seinen Kiefernduft. Es kann auch in anderen Pflanzen wie z.B. Basilikum, Rosmarin, Petersilie, Dill und Kiefernnadeln gefunden werden.Wirkt einigen THC-Effekten entgegen, Wachsamkeit, GedächtniserhaltAsthma,
Schmerz,

Angstzustände
,
Geschwüre,
Diabetes
Caryophyllen (CYE) – Der mit diesem Terpen verbundene Duft ist würzig, holzig und riecht nach Nelken. Es kommt in anderen Pflanzen wie schwarzem Pfeffer, Nelken und Zimt vor.StressabbauAngstzustände,
Depression
,
Geschwüre,
Entzündungen
Humulen (HUM) – Riecht nach Hopfen bzw. hat sowas wie einen holzigen Duft. Kann auch in Hopfen, Koriander und Basilikum gefunden werden.entzündungshemmendEntzündungen,
Asthma
Limonen (LME) – Verströmt einen Zitrusduft. Ist in Obstschalen, Rosmarin, Wacholder und Pfefferminze enthalten. Limonene wurden im Tierversuch verwendet, um Angst und Depression mit Hilfe von Aromatherapie zu kontrollieren.Stimmungsaufhellung, Stressabbau, entzündungshemmendAngstzustände,
Depression,
Schmerz,
Entzündungen,

Refluxösophagitis (GERD)
Linalool (LNL) – verströmt einen blumigen Duft, wie er bei Lavendel üblich ist.Stimmungsaufhellung, Beruhigung

entzündungshemmend

Angstzustände,
Depression,
Schlaflosigkeit,

Schmerz
,
Entzündung
en,
Arthritis,
Neurodegenerative Erkrankungen
Myrzen (MYR) – Riecht nach Kardamom, Nelken, Moschus und Kräutern. Kann auch in Mango, Zitronengras und Hopfen gefunden werden.beruhigend, entspannend, entzündungshemmend, antioxidativSchlaflosigkeit,
Schmerz,

Entzündungen,
Antioxidans,
Diabetes
Ozimen (OCM) –Hat einen süßen holzigen Duft. Ist in Petersilie, Kumquats, Mangos, Orchideen und Minze enthalten.antiviral, antimykotisch, abschwellend, antibakteriellAsthma,

Gurgeln,

Erkältungen,
Diabetes,

Insektizid,
entzündungshemmend

Terpinolen (TPE) –Riecht nach Kiefern, Blumen und Kräutern. Es ist auch in Teebaum, Muskat, Flieder und Äpfeln enthalten.beruhigendAntioxidans,
beruhigend,

antiviral,
antibakteriell
,
Wundheilung
,
Insektenschut
z

 

 

Andere weniger erforschte Terpene von Bedeutung sind Trans-Ozimen, Guaiol, β-Eudesmol, Fenchol, Nerolidol, Caryophyllenoxid und Phytol.

 

Worin besteht der Unterschied im Terpen-Chemotyp bei den verschiedenen Cannabis-Sorten?

Wenn wir von Sorten sprechen, dann sprechen wir hauptsächlich über 4 Stämme von Cannabis:

  1. Indica
  2. Sativa
  3. Hybrid
  4. Cannabis ruderalis

Bis vor kurzem haben wir uns bei der Klassifizierung der Sorten auf Volksliteratur und botanische Unterschiede gestützt. Jetzt können wir die Chemotypen der verschiedenen Stämme technologisch testen, um zu sehen, ob sie chemisch unterschiedlich sind und überraschenderweise gibt es eine Menge Überschneidungen.

Eine aktuelle Studie hat gezeigt , dass Cannabis unabhängig von der Sorte bei einer Vielzahl von Erkrankungen wirksam ist. So schienen beispielsweise Indica-Stämme besser als Sativa zu sein, um die Energie und den Appetit zu verbessern, aber es wurde kein statistischer Unterschied zwischen Indica und Sativa bei Schmerzen, Stimmungsstörungen, Übelkeit, Muskelkrämpfen, Anfällen, Augenproblemen, Schlaflosigkeit, Aufmerksamkeit oder Neuropathie gefunden.

Es wurde jedoch ein Unterschied im Chemotyp zwischen den Indica- und Sativa-Stämmen festgestellt. Hybride wurden in dieser Studie nicht getestet.

Indica

Die Volksliteratur separiert diese Stämme nach Morphologie und Wirkung. Morphologisch gesehen ist der Indica-Stamm kurz und buschig und hat eine beruhigende, schmerzlindernde Wirkung.

Der Chemotyp der Indica-Pflanze zeigte eine Dominanz von Myrzen mit Limonen oder α-Pinen als zweitstärkstem vorhandenen Terpen. In dieser Studie wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass es nicht genügend Beweise gibt, um einem Patienten einen Indica- oder einen Sativa-Stamm zu empfehlen, aber es fehlen Belege, um diese Empfehlungen zu unterstützen, und es sollte ein neues Klassifizierungssystem auf Grundlage des individuellen Chemotyps eines Stammes entwickelt werden.

Sativa

Sativa-Stämme sind groß und schlaksig mit eher energetisierender Wirkung. Sie werden als die Sorte angesehen, die man früh morgens rauchen sollte, wenn man wachsam und auf Achse sein muss.

Wissenschaftlich werden Sativa-Stämme “überwiegend” so charakterisiert, dass sie eine komplexere Palette an Terpenen haben, mit einer Dominanz von α-Terpinolen oder α-Pinen, bei manchen Stämmen ist auch Myrzen dominant, mit Terpinolen oder Ozimen als zweitstärkstem Terpen.

Industrieller Hanf wird aus der Sorte Cannabis Sativa hergestellt und wird weltweit als Quelle für Fasern und Hanfkernöl verwendet.

Hybride

Hybride sind genau das, sie sind eine Mischung aus Indica- und Sativa-Merkmalen und jeder einzelne Hybrid soll seinen eigenen, einzigartigen “Chemotyp” haben. Wissenschaftler betrachten diese nicht als separate Sorte.

Ruderalis

Cannabis ruderalis ist eine wilde Form von Cannabis, von der man annimmt, dass sie ein direkter Ableger der Indica-Pflanze ist. Ruderalis wurde 1924 entdeckt, als sie in Mitteleuropa und Russland weit verbreitet war.

Der Hauptunterschied zwischen Ruderalis und den anderen Sorten besteht darin, dass der Knospungszyklus durch Reife und nicht durch Photoperiode oder Lichtabhängigkeit eingeleitet wird, d.h. sie blüht unabhängig vom Lichtzyklus. Dies nennt man Autoflowering. Der THC-Gehalt ist niedrig während der CBD-Gehalt relativ hoch ist, was eine ausgezeichnete, widerstandsfähige CBD-Quelle für den begeisterten Cannabis-Züchter abgeben würde.

Neues Sorten-Klassifizierungssystem?

Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass es an Beweisen fehlt, um einem Patienten einen Indica- oder Sativa-Stamm zu empfehlen, stattdessen sollte ein neues Klassifizierungssystem auf der Grundlage des individuellen Chemotyps eines Stammes entwickelt werden.

 

Terpen-Produkte

Terpen-Produkte im Allgemeinen

Terpenes help carry other molecules through the skin’s barrier membrane to act on deeper tissue layers in medicinal elixirs and are added to topical lotions. Lilac aromatherapy has been known to have an antidepressant effect by acting on olfactory receptors carrying messages directly to the brain and is just one example of a novel terpene based aromatherapy product. New and safer insecticides are being patented using terpenes as its base.

Cannabinoid terpenes

Terpene können als einzelne Terpenzusätze oder als Teil von CBD-Produkten bezogen werden, die einen Vollspektrum- oder Breitspektrum-Anteil der Pflanze enthalten. Terpene auf Cannabinoid-Basis werden mit großer Vorliebe allen Arten von Lebensmitteln, Bier, Limonaden, Tees, Vaping-Kartuschen, Ölen, Badekugeln, topischen Lotionen und Kapseln zugesetzt. Sie werden aus einer Reihe von Gründen verwendet – zur Geruchsverbesserung, aufgrund gesundheitlicher Vorteile, für den Geschmack, zur Aromatherapiebehandlung und als Träger für Cannabinoide oder andere medizinische Stoffe in topischen Lotionen. Die Verwendung von Cannabinoid-Terpenen bewahrt den Chemotyp der einzelnen Pflanzen. CBD- oder THC-Öle in Vaping-Kartuschen müssen verdünnt werden, damit die Produkte geraucht werden können. Es werden neue Verdünnungsmittel auf Terpen-Basis hergestellt, die giftigere Verdünnungsmittel wie Polyethylenglykol (PEG) ersetzen können. Der Markt explodiert förmlich!

 

Sind Terpene sicher?

Von allen Chemikalien in der Cannabis-Pflanze sind Terpene wahrscheinlich die sichersten. Terpene sind auf der von der US Food and Drug Administration herausgegebenen Liste an Substanzen, die allgemein als sicher gelten und auch auf der Sicherheitsliste der Food and Drug Manufacturers Association. Terpene sind weltweit als sicher anerkannt.

 

Zusammenfassung

Die Erforschung und Anwendung terpenbasierter Therapien entwickelt sich in rasantem Tempo, da viele neue Produkte mit neuen Technologien auf den Markt kommen, um ihre Wirksamkeit evidenzbasiert zu beweisen. Folglich ist die Anwendung solcher Produkte schnell zu einer millionenschweren Branche geworden, die zwar mehr Studien benötigt, sich aber rasch in der Wellnessbranche durchsetzt.

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